60 Jahre Drogenpolitik und alles bleibt beim alten

In Münster wurde es ausprobiert, in Düsseldorf möchte man gerne, Köln überlegt aktuell noch.
Man möchte neue Wege gehen und in mehreren Pilotprojekten prüfen, wie es sich mit einer legalen Abgabe von Cannabis verhält.

Cannabis ist und bleibt die populärste illegale Droge in Deutschland.
Man schätzt, drei bis vier Millionen Menschen rauchen Gras, etwa 200-400 Tonnen pro Jahr.
Die Ausgaben belaufen sich auf bis zu 2,4 Milliarden Euro.

Viele Kommunen hätten gerne einen relaxten Umgang mit Cannabis, jedoch werden sämtliche Projekte meist durch das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprojekte, kurz Bfarm, ausgebremst.
Ausschließlich zu medizinischen Forschungen könne dies genehmigt werden. Der Freizeitgenuss von Cannabis sei weder medizinisch noch ethisch vertretbar.

Wie viele wissen, gab es auch in Berlin, Görlitzer Park, einen Großversuch der Legalisierung.
Natürlich ist auch dieses Projekt gescheitert. Es wird nun weiter unter den Augen der Polizei gedealt und geraucht.

Wie eigentlich jeder weis, ist beispielsweise Alkohol für den menschlichen Körper um ein vielfaches schädlicher, als es Cannabis ist.
Trotzdem fordert niemand ein Verbot von Alkohol weil im Grunde jeder weis, dass das genauso wenig funktioniert wie ein Verbot von Cannabis.

Immerhin deutet Legalisierungsgegnerin Mortler an, dass sie sich eine Annäherung an das portugiesische Modell vorstellen kann.
Dort würden „Instrumente der Frühintervention konsequent und auf kluge Weise mit dem Sanktionenrecht gekoppelt“, sagte sie WELT AM SONNTAG.
Mehr Prävention statt Repression also. Doch für eine portugiesische Lösung bräuchte sie die Bundesländer, die die Justizhoheit haben – und viel Zeit.
Aber noch nie blieb eine Bundesdrogenbeauftragte länger als eine Legislaturperiode im Amt. Gute Aussichten also.

Wann wurde Cannabis eigentlich in Deutschland verboten?
Durch ein internationales Abkommen wird Deutschland mehr oder weniger gezwungen, wirksame Gesetzte und Vorschriften zu erlassen um Herstellung, Einfuhr, Verkauf, Ausfuhr und Verwendung der Stoffe
ausschließlich auf medizinische und wissenschaftliche Zwecke zu beschränken.
Es dauerte nun vier weitere Jahre bis die Forderungen in Deutschland umgesetzt wurden. Am 10. Dezember 1929 beschließt der deutsche Reichstag das Gesetzt über den Verkehr mit Betäubungsmittel.
Damals nannte sich dieses Gesetz Opiumgesetz – heute kennt es jeder unter dem Begriff Betäubungsmittelgesetz.
Diesen Tag kann man als Beginn der deutschen Illegalisierung von Cannabis ansehen.

Kategorien: Allgemein

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